Sabina Masel Coaching

Heilung durch Bewusstsein

2019-10-10

10.10.2019 - Was ist ein Trauma?

Wo hört der Schreck auf und wo fängt das Trauma an?
 
Je länger wir leben, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir ein Trauma erleiden. Das ist eine Reaktion auf eine zutiefst verstörende oder beängstigende Situation. Aber nicht jede beängstigende Situation ist gleich ein Trauma. Traumatische Erlebnisse sind verbunden mit einem Gefühl extremer Überwältigung und Hilflosigkeit. Ist ein Mensch nicht in der Lage, die volle Bandbreite dieser Emotionen auszuhalten, entsteht ein Trauma. Es muss nicht gleich eine Naturkatastrophe sein. Es kann ein starker Schmerz sein oder ein Mensch wird Augenzeuge einer Katastrophe. Eine schlechte Kindheit kann ebenso ein Trauma hinterlassen.
 
Die Wahrnehmung in Bezug auf ein Ereignis ist sehr subjektiv und es lässt sich nicht im Vorfeld sagen, ob sich nach einem Ereignis posttraumatische Symptome entwickeln oder nicht (zumal diese auch erst nach einer gewissen Zeit auftreten und nicht direkt nach dem Ereignis). Somit ist die Entstehung eines Traumas weniger abhängig von dem Ereignis selbst, als viel mehr von dem Empfinden einer Person während des Ereignisses.
 
Es gibt zwei Arten von Trauma, die wir unterscheiden, Schocktrauma und Entwicklungstrauma. Bei einem Schocktrauma handelt es sich um ein einmaliges Erlebnis mit sehr hohem Trauma-Potential. Bei einem Entwicklungstrauma sind die einzelnen Ereignisse nicht traumatisierend (z. B. nicht auf das Kind eingestimmtes Verhalten der Bezugsperson) aber die ständige Wiederholung dieser, über einen sehr langen Zeitraum. Im Laufe eines Entwicklungstraumas ist es möglich, dass auch Schocktraumata passieren. 

Es gibt also 2 Faktoren, die für die Entstehung von Trauma relevant sind. Die Intensität eines Ereignisses und die Dauer. Das autonome Nervensystem kann 3 biologische Zustände auslösen. Das Gefühl der Sicherheit ist wichtig für die Aktivierung dieser Bedingungen. 
 
Gehirn_3_Teile.pngDie erste Ebene der Aktivierung ist das soziale Engagement. Die Person bittet um Hilfe oder Trost. Der präfrontale Kortex ist aktiv (siehe Abb.).

Die zweite Ebene ist erreicht, wenn die Gefahr steigt und sich der Mensch mehr als unwohl fühlt. Wenn keine Hilfe kommt, macht das limbische System den Körper bereit für Kampf oder Flucht, indem er die nötige Energie bereitstellt.

Die dritte Ebene beginnt, wenn ein störendes Ereignis eintritt und es unmöglich ist, zu kämpfen oder zu fliehen. Der Hirnstamm löst im Körper eine Abschaltung (Shut Down) oder Panik aus.
 
Die bereitgestellte Energie bleibt im Körper stecken. In diesem Fall sprechen wir von einer traumatischen Erfahrung. Trauma ist somit eine unfertige Stressreaktion des Körpers.

Admin - 14:26:04 | Kommentar hinzufügen


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